Nebel fotografieren im Schwarzen Moor - Und die App Viewfindr | Stimmungen der Rhön
22497
post-template-default,single,single-post,postid-22497,single-format-standard,theme-stockholm,woocommerce-no-js,ajax_fade,page_not_loaded,,select-theme-ver-4.2,wpb-js-composer js-comp-ver-6.9.0,vc_responsive
 

Nebel fotografieren im Schwarzen Moor – Und die App Viewfindr

Wer sich der Landschaftsfotografie verschrieben hat merkt schnell wie abhängig gute Fotos vom Wetter sind. Die App Viewfindr verspricht eine Wettervorhersage speziell für Landschaftsfotografen. 

 

Seit rund einem halben Jahr nutze ich die App und möchte hier von meinen Erfahrungen damit an Hand einem Beispiel aus dem Schwarzen Moor berichten.

 

 

Mein Ziel ist es Fotos im Schwarzen Moor im Herzen der Rhön zu machen.

 

Und zwar am liebsten mit einer Schicht Bodennebel. Dazu soll es bitte noch ein schöner Sonnenaufgang sein, sodass sich das Licht der aufgehenden Sonne an den knorrigen Kiefern bricht und sich die Strahlen im Nebel abzeichnen. 

 

Tags zuvor hat es geregnet und für den nachfolgenden Tag wird viel Sonne vorhergesagt. Meine Hoffnung ist also, dass sich am nächsten Morgen die richtigen Bedingungen für mein geplantes Foto ergeben werden.

 

Nun benutze ich Viewfindr, um meine These zu prüfen.

 

Ich öffne die App und finde verschiedene Wetterparameter zur Auswahl. Es gibt Vorhersagen zur Himmelsröte, der Blauen Stunde, für niedrige, mittlere und hohe Wolkenschichten, Nebel, Dichter Nebel und noch einige mehr. 

Für mein Vorhaben interessiert mich erstmal die Wahrscheinlichkeit für Bodennebel.

 

Ich wähle also den Parameter Nebel. Der zeigt an wie wahrscheinlich Nebel vom Boden aus gesehen bis in eine Höhe von 2 Metern auftreten wird.

Am unteren Bildschirmrand der App gibt es einen Zeitstrahl. Den Regler schiebe ich auf 06:00 Uhr, um mir die Werte für den Sonnenaufgang anzeigen zu lassen.

 

An diesem Morgen wird von der App Bodennebel für das gesamte Umland der Rhön vorausgesagt. Und zwar zu 99%.

 

Gelbe Bereiche bedeutet 99% Wahrscheinlichkeit. Rot schraffiert 0%.

Das Schwarze Moor ist als Foto-Spot in der App eingetragen. Als langjähriger Rhönfotograf kenne ich natürlich den Spot.

 

Für auswärtige Fotografen gibt es weitere viele gute Locations, die in der App verzeichnet sind.

 

Ich suche mir also genau die Markierungsnadel für das Schwarze Moor. Es sind die beiden Fähnchen in der Mitte des Screenshots. Die hell unterlegte Farbe bedeutet einen Wert für Bodennebel von 90%.

Allerdings wird die Wahrscheinlichkeit in nur 1km Entfernung zur einen Seite mit 99% angegeben (gelber Bereich) , in die andere Richtung aber nur zu 0% (schraffierter Bereich). Das beunruhigt mich etwas.
Hier muss man wissen, dass die App eine Auflösung von 2km x 2km hat. Kleinteiliger kann die App nicht berechnen.

Bedenkt man auch, dass es sich bei der anvisierten Location um ein feuchtes Moor handelt, und es tags zuvor geregnet hat, ist davon auszugehen, dass sich dort am Morgen Nebel vorfinden wird. 

Nun benötige ich für mein Zielfoto ja auch noch Sonne. Das heißt direktes Licht.

 

Ich schaue mir also den nächsten Parameter an, “Sonnenauf-/ untergang”. Dieser Wert gibt an wie wahrscheinlich die Sonne zu sehen sein wird und nicht von Hochnebel oder Wolken verdeckt ist.

 

Die Prognose für freien Himmel liegt bei rund 60%. 

Um etwas mehr Klarheit über die Situation zu bekommen werfe ich noch einen Blick auf die verschiedenen Wolkenschichten. Hohe und mittlere Wolken werden nicht gemeldet. Höchstens ein paar wenige niedrige Wolken kann es geben. Diese treten wenn, aber nur im Umland auf. 

Die Vorhersage für direktes Licht sieht auch gut aus.

Die App prognostiziert also für genau 06:00 Uhr exakt für meine anvisierte Stelle eine Wahrscheinlichkeit für Nebel von ca. 90-99% und eine Wahrscheinlichkeit für direktes Licht der aufgehenden Sonne von 60% und keine Blockierung durch Wolken.

 

Die Werte sind mir hoch genug, um am nächsten Morgen in aller Frühe aufzustehen, eine Stunde Autofahrt auf mich zu nehmen und mein Glück zu versuchen. 

 

Und ich werde mit den schönsten Fotos belohnt. Die Bedingungen sind fantastisch, das ist einer der besten Sonnenaufgänge, die ich dort erlebt habe.

Fazit:

 

Die Wettervorhersage mit Viewfindr hat mir sehr dabei geholfen diese Bedingungen zu erkennen.

 

Die App gibt schnell einen Überblick über genau die Parameter, die für Landschaftsfotografen wichtig sind.

 

Die Trefferquote liegt nach meiner Erfahrung bei etwa 60-70%. Also in rund zwei Dritteln der Fälle ist das Wetter so wie es die App vorausgesagt hat.
Auch andere Fotos habe ich schon damit geplant. siehe hier

 

Ein kleiner Minuspunkt ist, dass die App nur 24h in die Zukunft schauen kann. Wenigstens 35 oder 48h würden schon helfen. 

 

Ob man die 3€ monatlich für die App ausgeben möchte muss jeder selbst entscheiden.

 

Ein bisschen Übung braucht es, um zu Wissen wie die Prognosen der App dann vor Ort aussehen. Zum Beispiel wie die in unterschiedlichen Rottönen dargestellten Wahrscheinlichkeiten für die Himmelsröte dann in der Realität aussehen. 

 

Da empfiehlt es sich zu üben, wenn es nicht so drauf ankommt. Man kann sich zum Beispiel die Prognose für die Himmelsröte anschauen und morgens auf dem Weg zur Arbeit die Situation in der Realität beobachten. Das hilft sehr die Prognosen der App zu interpretieren und dieses Tool im entscheidenen Moment einzusetzen. 

Schaue dir meine weiteren Themen im Blog an.

No Comments

Post a Comment